Gentechnik & Honig

Die Zeitschrift Ökotest berichtet in ihrer Januar-Ausgabe, dass verschiedene Testeinkäufe von 20 verschiedenen Honigen in deutschen Supermärkten gezeigt haben, dass 14 Honige gentechnisch-veränderte Pollen enthalten haben sollen. Laut Ökotest wurde in allen auffälligen Proben Roundup Ready Soja von Monsanto gefunden. Unter den 14 Honigen mit gentechnisch-veränderte Pollen befand sich auch die Marke „Alnatura“. Der Biohonig von Alnatura ist ein Mischhonig aus Latein- und Südamerika, wo in den letzten Jahren vermehrt gentechnisch-veränderte Pflanzen in der Landwirtchaft ausgebracht wurden. Mit einem Gerichtsurteil des Europäischen Gerichtshofes (EuGH) aus dem September 2011 bekam jedoch die Gentechnik-Industrie gehörig Gegenwind, da Pollen von nicht-zugelassenen Pflanzen nicht mehr in Lebensmitteln vorhanden sein dürfen (Null-Toleranz-Prinzip). Deswegen dürften diese 14 Honige mit gentechnisch-veränderten Pollen eigentlich nicht mehr in den Verkauf gelangen. Gentechnik-frei waren übrigens alle deutschen Honige. Übrigens würden die meisten Verbraucher laut BUND prinzipiell auf gentechnisch-manipulierte Lebensmittel verzichten.

Die Unterteilung gentechnisch-veränderter Pollen ist relativ komplex. Es müssen folgende Pflanzen unterschieden werden:

  1. gentechnik-freie Pflanzen
  2. gentechnisch-manipulierte Pflanzen, die in der EU zugelassen sind.
  3. gentechnisch-manipulierte Pflanzen, die nicht inder EU zugelassen sind.

Die Gruppe 2 kann weiter a) in reine Futterpflanzen und b) in Pflanzen für die Lebensmittelproduktion unterschieden werden. Für b) besteht eine Kennzeichnungspflicht ab 0,9%, die auf Lebensmitteln den Zusatz „gentechnich verändert“ vorsieht. Bei der Berechnung des Anteils gibt es auch wieder verschiedene Möglichkeiten. Zur Gruppe a) gehört beispielsweise die Maissorte MON-810 von Monsanto, die nur für den Einsatz in Futtermitteln zugelassen ist. Der Anbau dieser Maissorte ist aber in Deutschland allg. verboten.

Durch das Urteil des EuGH wurde die industriefreundliche Politik vorläufig zugunsten des Verbraucher- und Umweltschutzes beendet. Übrigens hatte ein bayerischer Imker hatte gegen die Verunreinigung seines Honigs durch Forschungsfelder mit für Lebensmittel nicht-zugelassenen Pflanzenpollen geklagt geklagt und Recht bekommen.

 

Advertisements

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s