Bundesregierung lässt erneut bienentötendes Bayer-Insektizid zu

Laut taz vom 26. März 2012 hat das Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit zum dritten Mal in Folge eine Ausnahmegenehmigung für das Insektizid „Santana“ von Bayer Cropscience erlassen. Das Insektizid basiert auf so genannten Neonicotinoiden, die im Jahre 2008 bereits ein Bienensterben in Deutschland verursacht haben, worauf der Einsatz untersagt wurde und Bayer sich bereit erklärt hat, Schadensersatz an die betroffenen Imker zu leisten.

ORF-Bericht (2011?)

Nach Auskunft des NABU und des Pestizid Aktionsnetzwerkes (PAN) besteht für die Umwelt eine akute Gefahr, wenn solche Wirkstoffe ausgebracht werden. In anderen Artikeln wird übrigens auch der Zusammenhang zwischen Insektiziden und Vogelsterben erläutert. So wurden im Jahr 2008 trotz angeblich niedriger Dossierung, die für Insekten keine Gefahr darstellen soll, in der Nähe von Maisäckern viele tote Bienen gefunden. Mit dem Insektizid „Santana“ oder „Poncho Pro“, dessen Wirkstoff „Clothianidin“ ist, wird gebeiztes Maissaatgut ausgebracht. Durch den vermehrten Anbau von Mais für Biogasanlagen und durch die Ausbreitung von Maisschädlingen gab es vermutlich Druck aus der industriellen Landwirtschaft und von Seiten des Herstellers Bayer, Neonicotinoide wie Santana zu zulassen. Diese Insektizide belasten durch Staub und Guttationswasser (eine Art Pflanzenschweiß) die Umwelt, wo sie Bienen und Insekten massiv schädigen und töten. In Frankreich starben nach dem Einsatz von Neonicotinoiden auf Sonnenblumen bis zu 50% der Bienen. Dass das Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit Santana erneut im Rahmen einer Notfallregelung für die Bundesländer Bayern, Niedersachsen, Nordrhein-Westfalen, Rheinland-Pfalz, Saarland und Schleswig-Holstein zulässt, obwohl die Gefahren bekannt und anerkannt sind, ist eigentlich kriminell. Hierzu muss angemerkt werden, dass die Environmental Protection Agency (EPA) der USA vor dem Einsatz Clothianidin warnt (EPA 2010, 2), da dieser Wirkstoff ein Risiko für Bienen darstellt. Bayer versucht dies in eigenen Pressemitteilungen zu relativieren und schiebt die Schuld auf Sämaschinen.

Übersicht zu den für Bienen gefährlichen Stoffen (Wirkstoffe von PAN, Hersteller nach dem Pflanzenschutzmanager von Raiffeisen):

  • Antarc (Wirkstoffe: beta-Cyfluthrin, Imidacloprid) von Bayer CropScience
  • Chinook (Wirkstoffe: beta-Cyfluthrin, Imidacloprid) von Bayer CropScience
  • Cruiser 350 FS (Wirkstoff: Thiamethoxam) von Syngenta
  • Cruiser OSR (Wirkstoffe: Fludioxonil, Metalaxyl-M, Thiamethoxam) von Syngenta
  • Elado (Wirkstoffe: Clothianidin, beta-Cyfluthrin) von Bayer CropScience
  • Faibel (Wirkstoff: Methiocarb, Imidacloprid) von Bayer CropScience
  • Mesurol flüssig (Wirkstoff: Methiocarb) von Bayer CropScience
  • Poncho / Santana (Wirkstoff: Clothianidin) von Bayer CropScience
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Ein Gedanke zu „Bundesregierung lässt erneut bienentötendes Bayer-Insektizid zu

  1. Pingback: Neonicotinoide – Ursache für Vogel- und Bienensterben | Imkern in Hamburg-City

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