Neonicotinoide – Ursache für Vogel- und Bienensterben

Der folgende Vortrag ist von Dr. Henk Tennekes aus den Niederlanden. Er hat u.a. das Buch „Das Ende der Artenvielfalt“ verfasst. Im Vortrag wird erläutert wie das Gift Imidacloprid von Bayer CropScienc funktioniert und die immense Belastung von Böden und Gewässern. Dazu erklärt er verschiedene Wirkungsmechanismen von Giften. Der Vortrag macht deutlich, dass Imidacloprid, ein Neonicotinoid, den Bestand von Insekten vermutlich massiv schädigt und damit auch die Bestände von bestimmten Vögel massiv geschädigt werden.


„Eine Toleranzdosis ist kaum definierbar für Karzinogene.“
Dr. Henk Tennekes ist Toxikologe und hat untersucht, wie sich die Wirkungen von Giften erhöhen, wenn ein Organismus kontinuierlich einem Gift bei einer niedrigen Dosis ausgesetzt wird. Bei einer niedrigen Dosis haben laut Dr. Henk Tennekes Gifte eine längere Latenzzeit, d.h. sie brauchen nur mehr Zeit um eine Wirkung zu entfalten. Das würde natürlich auch bedeuten, dass wenn Menschen sich kontinuierlich Giften aussetzen, dass diese trotzdem wirken, auch wenn z.B. Grenzwerte unterschritten werden. Darüber hinaus tritt wohl ein Effekt auf, der sich Wirkungsverstärkung nennt. Um so länger man einen Stoff kontinuierlich ausgesetzt ist, um so niedriger wird die Gesamtdosis für das Gift. Das bedeutet , dass die Dosis zwar klein ist, aber durch die Länge der Zeit wird die notwendige Menge kontinuierlich verringert.

Dr. Henk Tennekes warnt deswegen seit mehreren Jahren vor dem Einsatz von Pestiziden in der Landwirtschaft. Stoffe wie Imidacloprid von Bayer CropScience werden auf vielen landwirtschaftlichen Flächen eingesetzt und vergiften großflächig Organismen; u.a. konnte man einen Zusammenhang zwischen Ausbringung von Imidaclopird und beispielsweise dem regionalen Bienensterben im Rheingraben (2008) erbracht werden. Der Vortrag von Dr. Henk Tennekes ist eher wissenschaftlich geprägt.

Ein weiterer interessanter Vortrag von Dr. Guido Eich (Institut für Bienenkunde Celle) greift die Schäden an Bienenvölkern durch den Wirkstoff Clothianidin auf. Er erläutert dabei, dass der Imker eigentlich nur dokumentieren kann. Bereits Ende März habe ich kurz über die erneute Sonderzulassung Clothianidin geschrieben, das auf Neonicotinoiden basiert. Neonicotinoide haben Massensterben von Insekten verursacht und sind teilweise in anderen europäischen Ländern verboten. Sie sind Nervengifte für Insekten. Obwohl die Gefährlichkeit von Neonicotinoiden bekannt ist, wird ihnen Jahr für Jahr eine Sondergenehmigung in Deutschland erteilt. Neonicotinoide werden hauptsächlich bei Mais, Raps, Kartoffeln und Zuckerrüben ausgebracht. Um beispielsweise den eingeschleppten Maiswurzelbohrer in den Maisfelder zu bekämpfen, wird seit einigen die Maisaussaat in Pestiziden gebadet (gebeizt), um so die Wirkung auf die Pflanzen zu übertragen. Dadurch wird aber nicht nur der Maiswurzelbohrer geschädigt sondern alle Insekten inklusive Bienen, wodurch es zu einem massiven Insektensterben gekommen ist. Dies wirkt sich natürlich auch auf die Vogelvielfalt aus. Für das einzelne Bienenvolk kann das bedeuten, dass im Bienenvolk täglich Bienen aller Altersklassen sterben.

Vortrag von Guido Eich zu Beizmittel und Bienenschäden

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